Upcycling – Omas alten Nachttisch restaurieren

Dieses schöne alte Nachtschränkchen fand ich in eBay. Manche entdecken solche Schätzchen ja auf dem eigenen Dachboden. Unser Dachboden ist zwar voll, aber alte Möbelchen find ich dort leider wirklich nicht. Aber, dafür gibt es eBay und, wer dort ein bisschen sucht, findet Schnäppchen, an denen man sein Geschick im Restaurieren von alten Möbeln ausprobieren kann, ohne ein Vermögen zu investieren.

Ich ersteigerte also diesen alten Nachttisch. Er ist wohl so aus den 40er oder 50er Jahren, noch mit richtigem Holzfurnier  und schönen alten Holzknöpfen. Oben fehlte die Glasplatte, die auf solchen Schränkchen dort häufig zum Schutz auflag. Das machte aber nichts, die hätte ich sowieso nicht haben wollen. Ich hatte für mich mein perfektes Nachttischchen zum restaurieren gefunden. Es war nicht wirklich kaputt und mußte nur ein wenig aufgehübscht werden. Ich brauchte also kein riesiges Wissen im Bereich Holzbearbeitung und legte los.

alten Nachtschrank restaurieren

  1. Möbel entstauben und auseinanderbauen
  2. alles abschleifen, Schleifstaub wegfegen oder feucht auswischen. Trocknen lassen
  3. Möbel grundieren. Farbe wird anschließend besser und gleichmäßiger aufgenommen. Alte Lackschichten schlagen nicht unschön durch. Trocknen lassen
  4. leicht schleifen mit einem feinen Schleifpapier
  5. Farbanstrich und wieder trocknen lassen und leicht anschleifen mit feinem Schleifpapier
  6. eigentlich fertig, wer mag macht noch die Kür und stempelt sein Nachtschränkchen

Vorbereiten des alten Kleinmöbels

Als erstes wird das Schränkchen mal grob entstaubt. Dass kann man mit einem Handfeger oder auch einem etwas größeren Malerpinsel machen. Dann entferne ich alles, was das glatte Schleifen irgendwie Stören würde.

Beschläge, Knöpfe und auch obenauf diese kleinen Stopper der Glasplatte kommen ab. Alle Schrauben und Nägel hebe ich auf, damit ich zum Schluß auch wieder alles festmachen kann. Nur, wenn etwas wirklich kaputt oder verrostet ist, werde ich es ersetzen.

Alle Beschläge vom alten Möbel vor dem Restaurieren entfernen

Die Knöpfe werden abgemacht, wenn es irgendwie geht. Das Schränkchen und auch die Knöpfe lassen sich dann leichter Schleifen und streichen.

wenn möglich, auch die Knöpfe vor dem Bearbeiten entfernen

Die Tür ist mit einem Scharnier angeschraubt. Das läßt sich recht leicht abmachen. Vorsicht beim Scharnier, nicht das etwas bricht. Das wäre schade.

Auch die Tür entfernen, der Korpus des Nachttischs läßt sich nun leicht schleifen

Alles wird nun abgeschliffen, so dass der alte Lack völlig entfernt ist. Nach dem Schleifen wische ich das Schränkchen feucht aus. Einerseits kommt so der Schleifstaub natürlich wirklich gut weg, andererseits richten sich dadruch die Holzfasern auf, so dass ich nach dem Trocknen mit 240er Papier das Schränkchen richtig schön glatt schleifen kann. Der Schleifstaub muß dann wieder sorgfältig entfernt werden.

Den Schleifstaub bekommt man durch feuchtes Auswischen weg

Grundierung

Ich streiche den Nachttisch und alle Einzelteile mit einer wasserlöslichen Grundierung vor. Sie ist deshalb wasserlöslich, da auch meine endgültige Farbe ein wasserlöslicher Acryllack sein wird. Durch die Grundierung wird der Untergrund gleichmäßig und die Farbe haftet anschließend gut. Ich schleife das Kästchen mit feinem Schleifpapier leicht an und fege den Schleifstaub wieder raus.

Leider sehe ich, noch bevor die Grundierung trocknet, dass der Anstrich leicht gelblich-braun-fleckig wird. Der Nachtschrank trägt irgendeine Beize, die ebenfalls wasserlöslich ist und durchschlägt. Nicht so schön anzusehen, aber es ist ja nur die Grundierung und zum Glück nicht die abschließende Farbe.

Nachttisch anstreichen

Die Farbe trage ich mit einer Lackrolle auf, da es mit dem Pinsel einfach nicht zu vermeiden ist, das man die Pinselstriche auf den großen Oberflächen sieht. Um zu vermeiden, dass sich in Ecken und auf kleinen Absätzen zu viel Farbe sammelt, nehme ich allerdings dann doch einen kleinen flachen Borstenpinsel, um die Farbe zu verteilen.

Und wieder muß das Schränkchen trocknen und wieder anschließend wieder leicht angeschliffen mit feinem Schleifpapier. Und auch wieder entstaubt 🙂 Es sollte beim Darüberstreichen mit der Hand eine wirklich glatte Fläche zu spüren sein

Nach dem Streichen muß der Nachttisch gut trocknen

Dekoration stempeln

Das Tischchen ist jetzt fast fertig. Jetzt kommt „nur“ noch die Feinarbeit. Das macht Spaß, braucht aber auch seine Zeit. Ich teste mich aber mal beim Stempeln. Ich habe keine „echten“ Stempel da, es gehen aber auch alle möglichen anderen Dinge. Geht mal mit offenen Augen durch euren Haushalt, ihr werdet staunen, was man alles als Stempel nutzen kann:

  • Spitzenbordüren oder Spitzenbänder aus dem Nähkasten
  • gerippte Küchentücher, die ein entsprechendes Muster hinterlassen
  • Filzuntersetzer, die als Motiv geschnitten sind
  • Salatstrünke, die ein Rosenmuster stempeln können

Dafür entscheide ich mich heute mal. Als Stempel dient mir ein großer Blumenornament-Filzuntersetzer. Erstmal sehen, wo er gut wirken könnte, bevor er mit Farbe tatsächlich stempelt.

Ein Filzuntersetzer kann als Stempel dienen

Auf einem Brett oder flachen Teller wird die Farbe angemischt. Der ganze Farbklecks auf dem Teller muss die Größe des Motivs haben, das ihr verwendet. So kann man den Stempel gut draufdrücken und gleichmäßig einfärben.

Farbe auf einem Teller anmischen

Der Stempel wird auf dem Farbkleks gut eingeweicht, vorsichtig abgezogen und dann gleichmäßig auf die vorher ausgesuchte Stelle am Nachttisch aufgedrückt. Selbst, wenn er ein wenig verrutschen sollte, ist das nicht weiter schlimm, da der Druck ruhig ein wenig uneben werden kann.

Eingefärbten Filz auf das Kleinmöbel aufdrücken zum Stempeln

Abschließend habe ich ein wenig Silberpulver auf die noch feuchte Farbe gestreut, für ein bischen mehr Glitzer im Leben 🙂 Davon ist aber nach dem Polieren leider nicht mehr viel hängen geblieben.

Die feuchte Farbe mit Glitzerpulver bestäuben

Alles wieder zusammenbauen

Alle Einzelteile sind nun fertig. Knöpfe, Tür, Schublade und der Korpus wurden geschliffen, gereinigt, grundiert, geschliffen und lackiert und sind alle durchgetrocknet. Alles sieht prima aus.

Das kleine Nachttischchen muß jetzt wieder zusammengesetzt werden. Die Tür mit ihrem Scharnier machen mir ein bisschen Arbeit, weil ich nicht mehr weiß, wie ich es nun am besten alles wieder festschrauben kann, ohne das zwischendurch irgendwas abreißt und kaputt geht.. Letztlich komme auch ich drauf, dass man das Scharnier zunächst an der Tür und dann am Korpus befestigen sollte. Sehr wichtig: ich hab das Scharnier vorher noch ordentlich abgeschliffen und damit gereinigt. Es war doch durch die Jahre recht mitgenommen und passte mit dem Dreck und Rost nicht mehr an das jetzt so schöne Schränkchen.

Scharnier reinigen und wieder festschrauben

Möbelwachs auftragen

Nun kann man mit dem Wachsen/ Polieren beginnen. Ich nehme keinen Lack, sondern probiere aus, wie das Ganze mit einem Holzwachs wird. Wachs gibt es sogar in Farbnuancen, ich nehme aber für mein Schränkchen farblosen und verteile ihn mit einem weichen Tuch gleichmäßig und lasse ihn trocknen.

Das Wachs läßt sich wirklich leicht überall auftragen. Gefällt mir auch besser, als eine dicke Lackschicht mit Pinsel. Und ein großer Vorteil ist das für das Innenleben des Nachttischs, denn er ist innen nur geschliffen. Durch das Wachs wird er daher auch innen schön. Nachteil: auch Wachs muß trocknen. Das Schränckchen zu restaurieren ist also echt kein schnelles Projekt, da zwischendurch immer wieder längere Trockenphasen eingeschoben werden müssen.

Ja, und dann ist es aber endlich fertig. Die Schublade läuft gut, zum Glück. Es ist mir auch schon passiert, dass die Farbe leider irgendwie klebte und die Schublade an einem anderen Schränkchen sich dadurch ständig verklemmte. Hier aber ist alles wirklich rundum gut geworden. Ich bin zufrieden und der alte restaurierte Nachttisch kann einziehen.

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1 Kommentare

  1. Richtig hübsch ist das alte Schränkchen geworden. Gefällt mir sehr gut.
    Ganz liebe Grüße vom pamelopee-Blog wünscht dir Pamela

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