Externsteine

Im Osten von Nordrhein-Westfalen stehen ein paar komische Steine in der Landschaft, die schon immer alle möglichen Leute anziehen. Heute sind das einerseits viele Touristen, aber aufgrund der Geschichte auch viele Esoteriker, die an die Kraft der Steine glauben. Vor allem in der Nacht zum 1. Mai wird es hier verrückt, da hier Walpurgisnacht gefeiert wird und die Steine zum Hexentanzplatz werden. Davon hab ich leider keine Fotos. Dafür gibt’s hier jetzt einen kleinen touristischen Einblick:

Wir machen einen kleinen Ausflug, um uns die berühmten Steine anzugucken. Es gibt viele Rad- und Wanderwege, die da hin führen, aber wir sind faul und fahren mit dem Auto. Es gibt einen großen Parkplatz, so dass das Parken kein Problem wird. Ein breiter gekiester Weg führt vom Parkplatz zu den Externsteinen. Je nach Gehgeschwindigkeit, dauert es ca 10 Minuten, bis man ankommt und mitten auf einen leicht bewaldten Wiese plötzlich diese Steine sieht.

Erster Ausblick auf die Externsteine

Man glaubt ja immer, nur die Alpen haben sich durch verschiebende Kontinentalplatten so aufgestellt. Ja, ok, die sind auch ziemlich gewaltig, wenn man das mal so vergleicht, aber der gleiche Druck hat vor 120 Millionen Jahren auch hier gewirkt und den Teutoburger Wald hierher gefaltet. Die Externsteine sind ein Teil davon.

Ich geb’s ja zu, in den Alpen führt selten eine Brücke von einem Gipfel zum nächsten, aber wir sind hier schließlich in NRW, da macht man die Dinge eben anders 🙂

Brücke zur Felsenkammer

>> Geschichtliches<< Die ältesten Spuren, die den Archäologen heute zeigen, dass hier Menschen waren, sind von vor 12.000 Jahren. Man vermutet, dass in der Steinzeit Jäger die Steine und Höhlen als Schutz aufgesucht haben.

Aber jetzt möchte ich auch mal hinauf. Man passiert ein Tickethäuschen und darf sich auf den Weg nach oben machen. Erstaunlicherweise sehe ich keine Kletterer, ich weiß nicht, ob das vielleicht verboten ist aus Sicherheitsgründen.

Sieht wackelig aus, steht aber schon Jahrhunderte so da

Jeder Besucher geht brav die eingeschlagenen Treppen hinauf. Die Stufen sind teilweise sehr ausgetreten, aber überall sind Handläufe. Die Steine sind damit wirklich gut begehbar.

Eingeschlagene Treppenstufen erleichtern den Aufstieg

Je nach Wolken und Himmelsfärbung dahinter, können die Steine wirklich dramatisch wirken.

Sandsteinformation in Wollsackverwitterung

Sandsteinformation der Externsteine in Wollsackverwitterung

Man sieht es auf Aufnahmewinkel, ich bin schon oben. Der Aufstieg, ich mag es kaum so nennen, ist wirklich nicht der Rede Wert, aber die Aussicht von da oben ist dann echt toll.

Blick aus der Höhenkammer des Turmfelsens

Blick aus der Höhenkammer des Turmfelsens

Und noch ein Blick nach unten auf die leicht steile Treppe. Man sollte schon gut zu Fuß sein, sonst sind die Stufen sicher kein Spaß.

Steile Treppen helfen beim Aufstieg

>>Noch mal Geschichtliches zu den Externsteinen<<  Auf immerhin 1366 datiert die erste urkundliche Erwähnung. Man trug ein, dass sich eine Einsiedelei und eine Kapelle an den Externsteinen befindet. Einsiedelei ist für die Zeiten echt das richtige Wort. Es muß echt einsam gewesen sein hier.

Immerhin 300 Jahre dauerte es, bis einer der Grafen zu Lippe hier um 1660 eine kleine „Show“-Festung erbaute, um seine Jagdgesellschaften standesgemäß unterzubringen. Davon hat man noch Grundmauern gefunden

In den Grotten fand man Feuerstellen, die man auf Nutzung im 14. und 15 Jahrhundert datiert.

Kreuzabnahmerelief im Grottenfelsen

Kreuzabnahmerelief im Grottenfelsen

Es war hier echt immer was los. Erstaunlich, wenn man sich die Steine so anguckt. Es scheint doch nur eine kleine Ansammlung senkrecht stehenden Felsen zu sein. Aber irgendwie haben sie die Menschen angelockt.

Der Grottenfelsen mit einem berühmten Relief, der Kreuzabnahme. Innen im Fels ist ein Raum mit glattem Boden und Löchern, die möglicherweise Feuerstellen waren.

Grottenfelsen der Externsteine

Der Grottenfelsen ist oben drauf zu einem Plateau bearbeitet worden. Als Besucher hat man da oben jetzt richtig Platz. Es gibt ein Geländer rundherum, so dass es auch für Kinder sicher ist.

>>Rückblick in die Geschichte<<  Mit dem Wandel vom Jäger und Sammler zum sesshaften Bauern bildete ein Handels- und Fernweg aus, der an den Externsteinen vorbeizog. Sie dienten den Menschen als markanter Wegpunkt.

Leuchtet auch sehr an, wenn man  bedenkt, dass es weit und breit nicht Ähnliches gab. Verrückt aber finde ich, dass es diesen Fernweg tatsächlich immer noch gibt, es ist die B1. Da fährt man auf einer geteerten 4-spurigen Strasse und folgt doch eigentlich nur den Trampelpfaden der alten Vorfahren…

die heutige B1 folgt alten Fernwegen

Das Gebiet um die Externsteine herum ist schön angelegt mit breiten Wegen und deutlicher Beschilderung. Wandern und Radfahren kann man hier problemlos. Zur Besichtigung sollte man jedoch nicht zu späterer Tageszeit kommen. Es gibt wirklich Staus und Gedränge an den Treppen, da es nur einen Weg hinauf und auch hinunter gibt.

Externsteine im Gedränge der Besucher

Wer noch Lust und Zeit hat, der fährt jetzt hinüber zu dem zweiten touristischen Highlight inder Gegend, dem Hermannsdenkmal. Beide Ausflüge kann man wirklich bequem an einem Tag schaffen.

Infos zum Ausflugsort „Externsteine“

  • Im Infozentrum gibt es Ausstellungen und ein kleines Museum
  • Es gibt einen Imbiss und Restaurant
  • Parkplatz: 3 €/ Auto
  • Eintritt: 3 € für Erwachsene, 1 € für Kinder.
    Kombitickets mit dem Hermannsdenkmal sind günstiger: Erwachsene: 4,50 €, Kinder 1 €
  • Führungen sind möglich

Die geschichtliche Informationen entnahm ich den Infotafeln im Informationszerntrum Externsteine

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