In meinen Büchern findet sich viel Kram als Lesezeichen. Der Kaufbon, ein abgeknibbelter Versandaufkleber, ein abgerissenes Stück von der Zeitung. Selten aber findet sich ein „wirkliches“ Lesezeichen darin. Manchmal liegen kostenlos welche an der Buchladenkasse, mit Werbung für ein anderes Buch. Das kommt dann schon nahe dran an das, was wirklich ein Lesezeichen ist 🙂 Damit ist nun Schluss, ich habe mir welche gemacht, die ich hoffentlich auch verwenden werden…
Meine Lesezeichen habe ich mir in den Maßen 15 x 5 cm geschnitten. Das ist aber beliebig und kann natürlich variiert werden.
Wenn ihr grundsätzlich schon eine kleine Krusch- und Kramecke mit Bastelsachen habt, werdet ihr dort vielleicht fündig, um gleich was nachzumachen. Für alle anderen habe ich hier eine kleine Liste mit ein paar Dingen, die ich gebraucht habe:
Einkaufsliste Affiliate Amazon Links
- Lesezeichen aus Baumwollstoff: Serviettenkleber/ Art Potch, Stoffschere und Reste von Baumwollstoffen
- Lesezeichen aus SnapPap: Kasten mit Wasserfarben, Pinsel und SnapPap
- Lesezeichen aus Korkstoff: Korkstoff mit Gold, kleine Ösen und Vario-Zange für Löcher und Ösen
Lesezeichen aus Korkstoff machen
Diese Lesezeichen sind recht weich, so, wie eben der Korkstoff selber auch ist. Durch das leichte Goldschimmernde wirkt das Material schon alleine ausreichend edel. Da ich aber nicht nur so ein Stoffläppchen als Lesezeichen nutzen wollte, musste da noch irgendwas dran. Irgendeine Art von Bommel oder Quaste sollte das Ganze verschönern.
Zunächst aber wird der Korkstoff zurecht geschnitten. Sehr gut eignet sich dafür ein Rollschneider und eine Schneidematte. Sicherlich kann man den Stoff auch mit einer Schere schneiden, das wird aber immer leicht ungrade, mir war es so lieber:

Bevor ich die Quasten anbringen kann, muss natürlich irgendwie ein Loch in das Material. Dazu habe ich eine Variozange, die Löcher stanzt und praktischerweise auch Ösen einquetsch. Ein Loch kann aber ebenfalls mit einer Schere eingeschnitten werden, denke ich.
Es gibt sehr kleine Ösen, die hier dann eingesetzt werden können. Ich habe festgestellt, das meine, trotzdem sie klein waren, einen noch zu langen Hals hatten, für den das Korkmaterial zu dünn war. Sie ließen sich trotzdem befestigen und den etwas überstehenden Hals habe ich mit einem Hammer platt geklopft. Manchmal wird es halt rabiater 🙂

Ich habe dann Reste von Stickgarn genommen, um ein Band daran zu knüpfen. Hier habe ich mich für ein kurzes Stück in Makramee entschieden, weil sich das so schön dreht und ein kleiner Hingucker ist. Man kann aber auch ein paar Holzperlen daran befestigen, oder eine kleine Quaste. Ein paar andere Beispiele, die hier auch verwendet werden könnten, habe ich mal als Taschenanhänger gemacht.

Damit ist das Lesezeichen auch schon fertig. Am längsten hat es gedauert, mich für eine Farbe des Bandes zu entscheiden und was genau ich damit mache. Der Makramee-Anhänger passt nun wunderbar zu dem weichen Material des Korkstoffes. Alles zusammen ist für mich ganz persönlich jedoch eigentlich zu weich als Lesezeichen. Sie sind zwar genügend dick und stabil, aber irgendwie auch „schlabberig“. Als Lesezeichen brauche ich festeres Material.
Lesezeichen aus SnapPap
Snappap ist für mich das Wundermaterial. Ich habe daraus schon Taschen und Körbe genäht, es gestempelt und gefärbt, das Material macht echt alles mit. Zum Aquarell-Malen, habe ich nun festgestellt, ist es ebenfalls großartig. Man kann natürlich hier auch normales festes Papier oder Aquarellpapier verwenden.
Ich habe Reste verwertet. Manches war schon gestempelt. Hier verwende ich Reste von einem großen Korb, den ich mal gemacht habe. Ich schneide auch wieder mit dem Rollschneider die Lesezeichen aus.

Die vorbereiteten Stücke sind dann aus weißem und grauem Snappap, dass sich beides wunderbar mit Wasserfarben bemalen lässt. Das Material wölbt sich natürlich initial etwas, wenn es durchfeuchtet wird, das gibt sich aber später wieder.

Denn nach dem Durchtrocknen bügel ich die Lesezeichen auf der höchsten Stufe. Das plättet wieder alles sehr gut.

Was genau darauf gemalt wird, ist Geschmackssache. Im Internet gibt es viele Ideen, wie man mit Wasserfarben auch als Anfänger tolle Effekte erzielen kann. Auch einfach mit dem feuchten Pinsel unterschiedliche Farbtropfen darauf zu verteilen, kann toll aussehen.

Lesezeichen aus Baumwollstoff
Jeder Rest an Baumwollstoffen, der noch irgendwo bei euch herumfliegt, eignet sich ebenfalls als Lesezeichen. Dabei ist es sogar komplett egal, wie dünn der Stoff ursprünglich ist. Ich finde, ein etwas festerer Canvas ist als Ausgangsmaterial schöner, aber sogar mit diesem Sommerstöffchen hier, wurde das Ergebnis echt gut.
Die vorbereiteten Lesezeichen habe ich großzügig mit Serviettenkleber eingestrichen. Dabei darauf achten, dass alles durchtränkt wird.

Dann muss das Lesezeichen auf eine Ebene Fläche gelegt werden, um in Ruhe durchzutrocknen. Erstaunlicherweise ist das Lesezeichen anschließend auch nicht klebrig, sondern ist nach dem Trocknen einfach nur sehr fest versteift.

Durch das Schneiden der Stoffstücke franseln die unversäumten Ränder der Lesezeichen natürlich anfangs. Nachdem der Serviettenkleber getrocknet ist, können diese Fädchen/ Franseln abgeschnitten werden. Die Kanten bleiben durch den Kleber nun sauber.
Anschließend werden die Lesezeichen ebenfalls auf höchster Stufe gebügelt. Ich habe zum Schutz ein Baumwolltuch darüber gelegt, weil ich mir wegen des Klebers nicht sicher war. Aber der Kleber löst sich in der Hitze nicht, das Bügeleisen bleibt sauber und die Lesezeichen werden schön plan.
Auf der rechten Seite sieht man an dem Bild schön die Festigkeit des Materials, das Lesezeichen steht über, kippt aber nicht nach unten.

Und hier noch eines meiner Lieblingsmotive… Schiffchen am Anker. Viel Spaß beim Nachmachen.

