Upcycling: ungeliebte Jacke neu gemacht

Upcycling Idee Jacke mit Patch

Hatte ich es schon erwähnt – ich liebe Trödel und Flohmärkte. Was man da alles findet 🙂 Zuletzt hat mich eine Jacke angesprochen, schwarz-weiß, eigentlich wirklich schon recht altmodisch. Aber, und das ist wichtig, fleckenfrei, keine Löcher und grundsätzlich eine gute Qualität. Da lässt sich also was draus machen. Genau der perfekte Kandidat für ein Upcycling-Projekt. Dabei wird es nicht um Perfektion gehen, man könnte das Ganze sogar mit der Hand nähen und gestalten. Also: lasst euch inspirieren, keine Nähmaschine zu haben ist hier keine Ausrede auch euer ganz eigenes Kleidungsstück zu kreieren:

Eigentlich braucht man zum Upcycling nichts Neues. Darum geht es ja, dass man seinen ganzen alten Kram auch mal verwertet. Was aber dann doch wichtig war oder auch einfach nur „nice-to-have“, steht hier:

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Der Start ins Upcycling-Projekt

Ich wusste anfangs wirklich nicht, wie ich das ganze anpacken soll. Schwarz-weiß gemustert ist ja für den Einstieg eine gute Basis, da man sich kreativ austoben kann, ohne großartig auf Gegebenes Rücksicht zu nehmen. Aber komplett losgelöst von irgendwelchen Schnittmustern selber etwas zusammenzubringen, fand ich dann doch schwieriger, als gedacht. Ich habe alles mögliche aus dem Fundus geholt. Knöpfe in allen Größen, Bänder, gemustert oder einfarbig, andere Stoffe. Ehrlich gesagt, hat es wirklich lange gedauert, bis ich endlich wusste, wie ich es anpacke. Und geholfen hat dabei ein uralter Stoff von Ikea, den ich mir daneben gelegt hatte. Die großen Blumen waren plötzlich die Inspiration für einen Patch.

Patch selber herstellen

Als Untergrund habe ich mir einen sehr leichten Baumwollstoff genommen. Darauf habe ich einen Frauenkopf mit einer wilden Wuschelmähne gezeichnet. Da gibt es in der Bildersuche bei Google sicher viele Vorlagen für alle, die das nicht Freihand zeichnen möchten.

Frauengesicht für den Patch vorzeichnen

Für die Haar-Blumen habe ich nun verschiedene der Blüten ausgeschnitten und sie immer wieder um den Kopf herum neu angeordnet, so lange, bis es mir gefiel. Das kann man dann einfach schnell mit Stecknadeln fixieren, damit nichts verrutscht, während der Rest des Kopfes gestaltet wird.

Dann Augen und Mund. Den Mund habe ich nur grob ungefähr in der richtigen Größe ausgeschnitten. Den wollte ich später durch die Naht beim Annähen näher gestalten. Aber die Augen waren echt ein Problem. Das gefiel mir gar nicht.

Blumen-Blüten als Haare um den Kopf herum arrangieren

Die klassische Lösung, die ja auch im echten Leben funktioniert, wenn die Augen mal nicht gut aussehen: eine Sonnenbrille draufpacken. Sie wurde langsam stylisch, meine Blumenfrau.

Patch-Gesicht fertig gestalten

Anschließend wird um das Motiv herum der Stoff grob ausgeschnitten und alle festgesteckten Teile mit der Maschine festgenäht. An der Stelle hilft die Nähmaschine tatsächlich, weil es recht schnell geht damit, aber auch das kann man zur Not mit der Hand nähen.

Den Mund habe ich mit einer geschwungenen Mittelnaht betont, so dass es nach einem Lächeln aussieht und der Mund nicht einfach nur ein großer roter Klecks ist. Das ganze ist ein bisschen so, wie „Nähmalen“. Falls euch das näher interessiert, ich habe hier mal einen Vogel aus Stoffresten „gemalt“.

DIY: großer Patch, selbst genäht

Ja, und damit ist der Patch auch schon fertig. Ich schneide noch den überschüssigen Stoff rund um den Kopf herum ab und platziere ihn auf dem Rücken der Jacke. Da muss man nun ein bisschen aufpassen beim Annähen, da die Stoffe der Jacke und des Patches so unterschiedliche Qualitäten sind. Wenn man zu hastig näht, kann es sein, dass die Jacke drunter Wellen schlägt, also nehmt euch Zeit dafür 🙂

Patch auf Jacke nähen

Gestalten des Vorderteils der Jacke

Da habe ich mich anfangs etwas verrannt und beinahe das Revers komplett umgestaltet. Eine meiner Lehren daher: immer mal wieder feststecken und hochhalten. Wie fällt das Stück? Wie wirkt die Umgestaltung. Denn hier in meinem Fall ist das ja gar kein langes Revers, so wie es rechts im Bild den Anschein hat. Das hatte ich aber einfach übersehen. Es ist nur der kleinere/ kürzere Teil wirklich sichtbar.

Die Knöpfe gefielen mir auch überhaupt nicht. Die Größe habe ich aber nicht im Fundus gehabt. Da musste ich noch ein bisschen im Trödel stöbern, bevor mir bunte Knöpfe in die Hand fielen, die dann auch gut aussahen.

Upcycling Jacke Vorderteil

Die Blüten vom rückwärtigen Teil wollte ich vorne aufgreifen. Ich habe also noch welche ausgeschnitten und hin und her dekoriert. Einen Arm herunter? Nein, zu viel. Nur am Revers? zu wenig. Hinunter bis zur Tasche? Schon besser.

Gestalten der vorderseite der Jacke

Mit Knöpfen in der Mitte der Blüten? Nett, aber irgendwie dann doch zu viel. Knöpfe als Gegengewicht auf der anderen Seite? hmmm – weiß noch nicht. Letzten Endes muss das jeder für sich nach seinem Geschmack ausprobieren. Ich habe auch Deko angenäht, die ich wieder abgemacht habe, weil sie mir nicht gefielen. Testet euch aus.

Upcycling der Vorderseite der Jacke

Irgendwann war die Jacke dann echt mal fertig. Man glaubt es kaum, aber sie gefällt mir endlich 🙂

Upcycling alte Jacke

Hier hätte ich ein Upcycling-Projekt: Umgestaltung eines alten Herrenhemdes. Den Rücken einfach durch ein riesiges Tuch ersetzen. Lest selbst.

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