Hundegeschirr nähen

eine einfache Anleitung für ein Hunde-Geschirr

Hundi ist ja nur klein, aber trotzdem läppert es sich langsam zusammen, was wir so an Geld für sein „Outfit“ ausgeben. Rollleine, kurze Führleine, Schleppleine, längere Führleine, Leine die reflektiert, Geschirr zum wandern und Geschirr für „schön“… etc. Kennt ihr das? Seine Kiste ist bald voller, als mein Kleiderschrank. Trotzdem wollte ich aber, dass er noch ein reflektierendes Geschirr hat für die jetzt schon so dunkle Jahreszeit. Und, wenn man nicht so viel ChiChi dran haben will, kann man sich das auch wirklich einfach selber nähen.

Maß nehmen

Hier steht Hundi zufällig grade sehr gut, um zu zeigen, wo ich ihn für das neue Geschirr vermessen habe. Einmal rund um den Brustkorb/ Rippen und einmal vorne über die Brust/ Hals bis hinten auf die Schulterblätter.

Geschirr nähen für den Hund, richtig Maß nehmen

Erste Länge wird rund um den Brustkorb/ Rippen gemessen:

Hier muß beachtet werden, dass auf einer Seite die Steckschnalle sitzen wird. Ich schneide also nicht direkt die Länge zu, sondern addiere auf beiden Seiten  noch weitere 4 cm für die Schnalle. Ich nähe dieses Geschirr nicht mit einer variablen Länge, da Hundi nicht plötzlich ab- oder zunehmen wird. Der bleibt ja, wie er ist, darum spare ich mir die extra Arbeit.

Zweite Länge vorne über die Brust bis hinten auf den Schulterblättern:

Hier auch noch Nahtzugaben addieren, ca 4 cm. Das alles wird ja kurz vor dem Zusammennähen noch am Hundemodell probiert und kann dann immer noch gekürzt werden, falls es zu lang ist.

Das braucht man zum Nähen des Hundegeschirrs

  • Gurtband in gewünschter Breite
  • Zierband zum Aufnähen auf das Gurtband. Ich habe hier Reflektorband
  • Steckschnalle
  • ggf. Stegschnalle, falls die Weite des Geschirrs variabel werden soll
  • D-Ring in der Breite des Gurtbandes
  • Kunstleder, Leder, Neopren zum Unterfüttern (hier nicht auf dem Bild)

Das wird gebraucht, um ein einfaches Geschirr zu nähen

Nähen des Geschirrs

Auf beide Gurtbänder nähe ich zunächst das Zierband auf. An jenem Gurtband, was um den Bauch herum kommt, lasse ich den Anfang und das Ende frei, damit ich mit dem unverzierten Gurtband die Schnalle annähen kann.

Ein Band zur Verzierung auf das Gurtband nähen

Dann einen  Teil der Steckschnalle befestigen. Dafür das Gurtband-Ende zuerst versäubern mit Zickzack, weil es sonst aufribbelt. Dann durch die Steckschnalle fädeln und gut und mehrfach hin- und hernähen.

Um Hundi herumlegen und prüfen, ob die Länge in Ordnung ist. Entsprechend wird dann das Gegenstück der Schnalle auf der anderen Seite festgenäht.

Die Steckschnallen an das Gurtband nähen

Unterfutter des Gurtbandes

Ich habe mir Kunstleder als Futter genommen. Das ist weich, robust und trocknet auch schnell. Es muß 2 cm breiter sein, als das Gurtband. Ebenfalls nicht ganz so lang, damit die Steckschnallen noch gut festgenäht werden können. Durch das Gurtband würde es zu breit für die Steckschnallen werden.

So, wie auf den Bildern, die Mitte des Gurtbandes auf der linken Seite markieren und die Seiten nach innen dahin einschlagen und festklemmen.

Das Gurtband mit einem weichen Stoff unterfüttern

So sieht das Ganze dann aus. Das Gurtband wird dann auf die Seite genäht, wo die zusammengeklappten Seiten liegen. Dadurch wird das schön verdeckt.

den Futterstreifen vor dem Annähen an den Seiten einschlagen

Das vordere Gurtband wird nun komplett unterfüttert.

Bei dem Gurtband, dass um die Rippen herum führt, nähe ich zunächst einmal nur ab 2 cm nach der Schnalle zum Fixieren den Futterstreifen kurz an. Dann wird es etwas fummeliger. Ich messe aus, wo der D-Ring für die Leine sitzen soll. Dazu muß Hundi nochmal still halten, damit das Geschirr hinterher auch ordentlich am Rücken sitzt.

Der D-Ring wird mit einer kleinen Schlaufe aus Gurtband zwischen Futterstreifen und Gurtband geschoben. Rechts und links daneben, nur in die andere Richtung, schiebe ich das bereits fertig genähte Gurtband. Das wird sich später um Hundis Hals legen.

Alle Teile werden jetzt zusammengesetzt. Dafür zuvor nochmal am Hund maßnehmen, damit das Geschirr dann richtig sitzt

Jetzt alles annähen. Mehrfach hin und her nähen, damit das Geschirr und vor allem der D-Ring auch dann halten, wenn eine Katze den Weg kreuzt und Hundi mal kurz rot sieht.

Alles sehr fest zusammennähen, damit das Geschirr auch bei plötzlichem Zug nicht reißt

Und das waren auch die letzten Nähte. Das Geschirr ist fertig. Hier auf dem Bild sieht man nochmal ganz gut, wie die Schnalle auf der Seite positioniert ist, kurz darüber kommt dann schon der D-Ring.

Selbst genähtes Hundegeschirr.

So, und das Ganze nochmal von der anderen Seite.

DIY Hundegeschirr. Schnell und einfach genäht

Und Abends leuchtet er dann ganz prima. Das Geschirr macht dann meine Reflektor-Ausrüstung für Hundi komplett. Eine Reflektor-Leine hab ich ja schon für ihn genäht.

Hundegeschirr nähen mit Reflektorstreifen

Hundi ist ganz zufrieden, glaub ich 🙂

Zufriedener Hund mit neuem selbstgenähten Hundegeschirr

 

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3 Kommentare

  1. Liebe Claudia,
    vielen Dank für die Anleitung und das Verlinken auf meiner Seite!
    Das Geschirr sieht wirklich nicht schwer zu nähen aus und warum dann noch ein teures im Fachhandel kaufen, wenn es selbstgemacht wenigstens den eigenen Vorstellungen entspricht? Das mit dem Reflektorband ist wirklich super. Ich finde das zu dieser Jahreszeit echt wichtig.
    Ich wünsche dir einen guten Wochenstart!
    Liebe Grüße, Caro

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